Sommerkurse 2002: Kurzer Überblick

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 3. Weimarer Sommerkurse kamen aus 12 europäischen Ländern sowie aus Senegal und Libanon.

Bereits zum dritten Mal fanden im September 2002 die "Weimarer Sommerkurse" statt. Insgesamt 45 Teilnehmende aus 14 Ländern waren nach Weimar gekommen, um zwei Wochen lang gemeinsam an Themen aus Kultur- und Religionsgeschichte, Philosophie und Ästhetik zu arbeiten. Inhaltlicher Fokus waren dabei die in Weimar/Jena um 1800 entwickelten "klassischen" philosophisch-ästhetischen Konzepte sowie deren widersprüchliche Wirkungsgeschichte im 19./20. Jahrhundert; aus diesen kulturellen Wurzeln der Moderne entwickelten die Sommerkurse aktuelle Perspektiven nachhaltiger europäischer Entwicklung. Dazu wurden neben einem reichen Kultur- und Begegnungsprogramm drei parallele Kurse mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten angeboten:

Kurs A: "Tue das, wodurch du würdig wirst, glücklich zu sein!" (Kant) - Die Aktualität der philosophischen Debatten in Weimar/ Jena um 1800 zur Begründung eines zukunftsfähigen Ethos
Hauptinhalt des Kurses war die Frage nach dem Beitrag die um 1800 in Weimar/Jena geführten philosophischen Debatten für die aktuelle Auseinandersetzung mit den Grundzügen eines zukunftsfähigen Europas, einer zukunftsfähigen Welt-Gesellschaft.

Kurs B: "...Orient und Occident sind nicht mehr zu trennen" (Goethe) - Quellen, Konstruktionen und Wirkungen von Islambildern in Europa
Der Kurs lud ein zu einem spannenden Gang in die europäische Seele. Mittels kritischer Analyse europäischer (Geistes-)Geschichte wurde dabei vor allem nach Möglichkeiten einer Neuorientierung für das Verhältnis Europas zum Islam gesucht. Dazu wurden auch die Weimarer und Jenaer Bestände des 18. und 19. Jahrhunderts neu befragt.

Kurs C: "...weil es die Schönheit ist, durch welche man zur Freiheit wandert" (Schiller) - Die Rolle der Kunst in Zeiten des "Sustainable Developement"

Der Kurs erkundete Möglichkeiten für produktive Wechselwirkungen zwischen künstlerischen Äußerungen und dem Leitbild "Sustainable Developement". Vor dem Hintergrund des gerade zu Ende gegangenen Erdgipfels von Johannesburg wurden dazu sowohl "klassische" Positionen als auch aktuelle künstlerische Arbeiten herangezogen.


Der Journalist Ulrich Grober hat die Sommerkurse begleitet und mit Teilnehmenden, Referenten und Organisatoren gesprochen. Seine Texte auf den folgenden Seiten geben nicht nur einen lebendigen und anschaulichen Eindruck der Kurse, sondern erlauben auch einen Einblick in die behandelten Themen; vor allem aber verdeutlichen sie eindrucksvoll die vielfältigen Möglichkeiten und die hohe Attraktivität des Lern-Ortes Weimar, der längst auf einem guten Weg vom "Klassik-Museum" hin zu einer Geistes-Werkstatt von europäischer Dimension ist.

Wir wünschen allen, die bei den Sommerkursen 2002 dabei gewesen sind, und vor allem denen, die vielleicht in den kommenden Jahren nach Weimar kommen werden, eine anregende Lektüre!

letzte Änderung: 14.12.2009 , © 2000 - 2009, Sommerkurse Weimar

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